Trigema Chef Grupp: "Es kann nur ein Kind die Firma kriegen"

Beim Lesen der Aussage von Trigema Chef Wolfgang Grupp "Es kann nur ein Kind die Firma kriegen" musste ich an ein Kundenunternehmen denken. Zwei der Kinder sollen ihren Vater in der Unternehmensleitung ablösen und ich begleite dort die Nachfolge.

Als eine wichtige Aufgabe zeigt sich, dass die Entscheidungsstrukturen zunächst so weiter entwickelt werden müssen, dass es für beide Nachfolger eine klare Rollenverteilung gibt und das Zusammenspiel geklärt ist. Als der Vater das Unternehmen alleine führte, war diese explizite Ausgestaltung der Unternehmensstruktur nicht notwendig.

Weiterhin wurde deutlich, dass auch der Vater an seiner Einstellung arbeiten muss, um notwendigen Strukturveränderungen zu zustimmen und diese positiv zu begleiten.

Ähnliche Herausforderungen sehe ich auch bei der anstehenden Nachfolge bei Trigema: Wenn zentrale Entscheidungsprozesse um eine einzige Person gestaltet sind, dann ist für zwei Kinder einfach kein Platz. Das wäre so, als ob man zu viert eine Pizza essen geht aber im Restaurant nur für drei Leute ein Tisch frei ist.

Aber es gibt noch eine weitere Herausforderung: Herr Grupp hat Trigema als verschuldetes Unternehmen übernommen und es sehr erfolgreich saniert. Warum sollte er seine Art "Unternehmen zu denken" verändern? Insofern gilt leider oftmals: "Die Erfolge der Vergangenheit werden zu Bremsklötzern für die Entwicklung in die Zukunft".

Quelle zur Aussage: https://www.welt.de/wirtschaft/article196561117/Trigema-Chef-Wolfgang-Grupp-Es-kann-nur-ein-Kind-die-Firma-kriegen.html